Umgebung

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ERFORDERNISSE DER NATÜRLICHEN ERNÄHRUNG UND UMGEBUNG DES PFERDES VERSTEHEN

Ernährungs- und Umgebungsbedürfnisse von Pferden sind eng verlinkt, wenn man sie von der natürlichen Seite betrachtet. Das Verdauungssystem des Pferds funktioniert optimal, wenn das Pferd 16 bis 18 Stunden pro Tag grasen kann. Das Grasen passiert in einer Umgebung, in der sich das Pferd mehrere Kilometer pro Tag bewegen kann, bei spärlichem Gras, das daher in kleinen Mengen kontinuierlich aufgenommen wird.

Grasen geschieht außerdem in der Herde mit großem sozialen Kontakt und Sicherheitsgefühl, was die Idealsituation für ein Fluchttier darstellt, da wenig oder kein Stress aufkommt.

PFERDE IN STÄLLEN

Gezähmt und im Stall hat das Pferd eine dramatisch andere Umgebung. Wir zwingen ihm unsere Fütterungsmethode und Plan auf. Wir füttern es 3 oder 4 mal pro Tag, während es still im Stall steht. Wir haben auch Müsli basierte Futter eingeführt, die das Pferd nur sehr schwer verdauen kann. Ausserdem füttern wir es oft aus erhöht gestellten Futtertrögen, die Kopf, Nacken, Gebiss und Speicheldrüsen in eine ungünstige Position bringen und die Fähigkeit des Pferdes, optimal zu Kauen, befeuchten und schlucken beeinträchtigen. Schliesslich halten wir dann unsere Pferde überwiegend alleine in den Ställen mit wenig Kontakt zu anderen Pferden. All dies hat klar einen Stress-Einfluss auf unser Pferd.

PFERDE AUF WEIDEN

Wenn Pferde auf Weiden gehalten werden, ist es wichtig, dass wir den Einfluss der Qualität der Weide verstehen. Viele Pferdebesitzer meinen es gut und schicken ihre Pferde raus auf die Weide, ohne zu wissen, dass die meisten Weiden heutzutage mehr für Milchkühe geeignet sind. Sie sind saftig, grün und voller Kohlenhydrate.  Bevor Sie es merken, haben Sie ein Pferd mit Hufrehe und Sie wissen nicht, was Sie falsch gemacht haben. Ein Pferd auf eine solche Bilderbuchwiese zu lassen, ist das gleiche, wenn Sie ein Kind in ein Süssigkeitengeschäft lassen und ihm sagen, es kann soviel essen wie es will. Es geht immer schlecht aus. Pferdefreundliche Weiden müssen karg sein, damit das Pferd gezwungen ist, sein Futter zu suchen. Ausserdem sollte der Nährwert des Grases betrachtet werden, um sicher zu gehen, dass der Energie – und Zuckerwert des Grases nicht problematisch ist, genug Ballaststoffe vorhanden sind und das die Ernährungsbedürfnisse des Pferdes adäquat betrachtet wurden. 

Paddocks

DAS VERDAUUNGSSYSTEM

Das Verdauungssystem des Pferdes ist speziell dafür ausgelegt, eine konstante Zufuhr von Fasern zu fermentieren und verdauen. Diese Verdauung geschieht vorwiegend im Dickdarm. Der balancierte pH-Wert im Dickdarm ist äußerst wichtig, damit die Verdauungsbakterien die Fasern zersetzen können, um Energie und Nährstoffe effizient durch den Körper absorbiert werden können.
Es ist klar, dass die Schwankung des pH-Werts in dieser Umgebung den Prozess stört.

Auch wenn das Pferd seit langer Zeit Haustier wurde, hat sich sein Verdauungssystem nicht an die unnatürliche Fütterung gewöhnt. Der Magen ist immer noch relativ klein, was dazu führt, dass überschüssiges Futter schnell durch den Magen und den Dünndarm geht und unverdaut im Dickdarm ankommt. Das verändert den pH-Wert im Dickdarm, weil unverdautes Futter einen starken Anstieg in Milchsäure verursacht. Der Effekt ist der Rückgang und Tod der Faser-zersetzenden Bakterien im Dickdarm und damit ein schlecht-funktionierendes Verdauungssystem, das wichtige Nährstoffe für die Gesundheit des Pferdes nicht aufgenommen werden. Nach und nach werden auch die Schleimhaut und die Wand des Dickdarms angegriffen. Dies macht dann die Wand durchgängig für Schadstoffe/Gifte, die ins Blutsystem gelangen und damit Blutvergiftung, Hufrehe & Koliken verursachen. 

Langfristige Effekte dieser Art der Fütterung sind vielzählige Verdauungs-, psychologische und physische Probleme, die das Leben Ihres Pferdes reduzieren.

Zen_GrassERNÄHRUNGSBEDINGTE HUFREHE

Hufrehe kann bekannterweise durch unterschiedliche Gründe entstehen. Trotzdem ist der häufigste Grund die falsche Ernährung.Dabei ist die Überfütterung von Getreide oder Kohlenhydrate, z.B. Gras Fructose, der Hauptgrund. Präventives Ernährungsmanagement stellt sicher, dass das nicht Ihrem Pferd passiert.

Wichtige präventive Maßnahmen:

Übergewichtige Pferde sind tickended Hufrehe Zeitbombe. Versuchen Sie Gewicht zu reduzieren, ohne der Zufuhr von Fasern zu reduzieren.

  • Eine gesunde Dickdarmfunktion kann durch faserhaltiges Futter erhalten werden. 
  • Füttern Sie weniger öfter, und nicht viel und selten.
  • Füttern Sie Ihr Pferd passend zu seinem Energiebedarf (ohne die Futtermenge zu erhöhen)
  • Die Zugabe von lebender pro-biotischer Hefei m Futter verstärkt die Faser-zersetzenden Bakterien und hilft, den Dickdarm zu stabilisieren.

ERNÄHRUNGSVERURSACHTE KOLIK

Die Definition des Wortes “Kolik” ist Magen-/abdominale Schmerzen.Die Ursache dieser Schmerzen hängt von mehreren beeinflussenden Faktoren ab. Ernährung ist dabei oft ein wesentlicher Grund für Koliken bei Pferden. Es gibt verschiedene Typen von Koliken: impaktierter, gas, krampfartiger und gedrehter Darm. Alle könnte eine ernährungsbedingte Ursache. haben
Hier sind ein paar simple Hinweise, die das Vorkommen der ernährungsbedingten Kolik dramatisch reduzieren können:

  • Stellen Sie sicher, dass das Gebiss Ihres Pferdes regelmäßig überprüft wird, damit das Futter optimal zerkaut wird, bevor es in Magen und Darm kommt.
  • Frisches Wasser sollte immer zugänglich sein – es ist nicht genug, Pferde zweimal täglich zu tränken.
  • Entwurmungs- Programme verhindern Schäden der Magen- und Darmwand und das Parasiten durchdringen können
  • Vorwiegend faserreiches Futter mit kleinen Mengen von ausgewogenem Kraftfutter. Zucker/Stärke aufnahme auf Minimum reduzieren, um Dickdarmstörungen und Magengeschwüre zu verhindern.
  • Füttern Sie nicht direkt vor und nach dem Reiten, um stressfreie Verdauung zu ermöglichen.
  • Füttern Sie nicht auf sandigen Böden, um Sand Kolik zu verhindern.
  • Alles Futter muss staub- und schimmelfrei sein. Bewahren Sie Futter in sauberer und trockener Umgebung auf.
  • Erhaltung einer stressfreien Umgebung, so nahe wie möglich orientiert an der natürlichen Lebensweise des Pferds, um Stress und spasmische Kolik zu verhindern.

DER BALANCE AKT

 Der Balance-Akt zwischen natürlicher Haltung und natürlichem Futter ist daher nicht so simpel wie man zuerst denkt. Wenn man aber diese Balance herstellt und pflegt, steigert man die Lebenserwartung des Pferdes dramatisch. Jede Situation und jedes Pferd ist unterschiedlich und auch hier wieder, als Aufseher unserer Pferde müssen wir die beste Lösung für sie finden. Füttern will auch gelernt sein. Die richtige Umgebung, Zeitplan, Inhaltsstoffe, zusammen mit einem aufmerksamen Auge, um den Zustand des Pferdes permanent zu überwachen, sind Teil eines guten Futterprogramms.

Am wichtigsten ist jedoch die Individualität des Pferdes, denn jedes Pferd ist anders und sollte dementsprechend auch so gefüttert werden.

Kritische Überprüfung, die auf vernünftiger Kenntnis des Verdauungssystems, der Nährstoffe und der Umgebung basiert, wird eine Verbesserung der Gesundheit unserer Pferde erwirken.

**SEHR WICHTIGE INFORMATION**

Es ist wichtig zu verstehen, dass wenn Sie die aktuelle Art der Fütterung Ihres Pferdes verändern wollen, muss das LANGSAM geschehen. Stück für Stück, über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen.  Jede schnelle Veränderung führt zu unnötigem Stress für Ihr Pferd.

Veränderung des Futters – egal ob es sich um Menge, Art oder sonstige Veränderung handelt – kann zu einer Störung in der sensiblen pH-Balance im Dickdarm führen und damit zu Gesundheitsproblemen führen.

Umgebungsveränderungen – von Stallung zu Weide oder anders herum – ist auch eine Form von Stress für das Pferd. Stress zeigt sich dabei in unterschiedlichen Formen von Gesundheits- bis Verhaltensproblemen, die alle verhindert werden können, wenn wir dem Pferd ausreichend Zeit geben, sich langsam an die Veränderung zu gewöhnen.

Korrektes Füttern und Halten eines Pferds ist eine Kunst für sich selbst. Viele Bücher sind zu diesem Thema geschrieben worden und diese Ausführung sollte als ein einfacher Einblick in die verschiedenen Elemente gesehen werden, die berücksichtigt werden müssen bei der Haltung eines Pferds.

 

Bitte beachten Sie, dass kein Teil der Information auf dieser Website als Ersatz für die kompetente Beratung durch Ihren Tierarzt, Hufexperte oder sonstigen Profi ist.