Zähne

Petraschleift

 Petra Scheerer

DIE PFERDEDENTISTIN  

Ich habe das Privileg mit Petra Scheerer arbeiten zu dürfen, einer Pferdedentistin, qualifiziert und geprüft durch BESW-Equident - nach der Lehre der Academy of Equine Dentistry in Idaho, USA. 

Sie ist nicht nur jemand mit großartigen Fähigkeiten und Wissen, wenn es um das Gebiss des Pferdes geht, sie ist auch noch qualifizierte Hufpflegerin. Sie ist selbst Pferdebesitzerin und Reiterin mit großem Mitgefühl für unsere Pferdefreunde. Sie ist engagiert und gründlich und ich bin sehr dankbar, dass sie mitmacht bei meiner Mission Pferde zu helfen.
Unten finden Sie wichtige Informationen im Zusammenhang mit den Zähnen Ihres Pferdes und die Erklärung, warum es so wichtig ist, diese regelmäßig überprüfen zu lassen.
 

Für Termine kann Frau Scheerer wiefolgt kontaktiert werden:

Tel: 07572/713145

Mobil: 0170/2861871

Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Warum muss ein Pferd zum Zahnarzt?

Das Pferdegebiss ist dafür gemacht, 16 bis 18 Stunden am Tag hartes Steppengras zu verarbeiten. Die Zähne wachsen ein Leben lang nach und werden durch die Mahlbewegung abgerieben.

Durch die Domestizierung der Pferde hat sich das Fressverhalten erheblich verändert, d.h. kürzere Fresszeiten, weicheres Gras und Heu, Kraftfutter. Deshalb werden die Zähne nicht mehr so stark abgenutzt.  Oft sind die Schneidezähne zu lang, dadurch wird der Kontakt (die Okklusion) der Backenzähne verschlechtert und die Mahlbewegung beeinträchtigt. Können die Zähne nicht mehr optimal mahlen, entstehen Haken und Kanten, die die Schleimhäute und die Zunge verletzen.

Wird das Futter nicht ausreichend zerkleinert, können die Nährstoffe nicht optimal aufgeschlossen werden. Es kann zu Verdauungsproblemen wie z.B. Koliken kommen. 

Außerdem beeinträchtigen Schmerzen im Maul die reiterliche Nutzung erheblich. Um den Schmerzen auszuweichen, verkrampft sich das Pferd im Maul. Dies setzt sich fort über das Kiefergelenk, das Genick, über den Hals bis in den Rücken. Schließlich wird das Pferd undurchlässig für die reiterlichen Hilfen. Zur Gesunderhaltung des Pferdes und um unnötige Schmerzen zu vermeiden, ist es deshalb sehr wichtig, die Zähne regelmäßig kontrollieren zu lassen.

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Wie erkennt man Zahnprobleme?

  • Abmagern trotz ausreichendem Futter.
  • Probleme bei der Futteraufnahme, z.B. Heuwickel kauen oder das Kraftfutter fällt aus dem Maul.
  • Unzerkaute Futterbestandteile im Kot.
  • Häufige Koliken oder Schlundverstopfungen.
  • Übler Geruch aus dem Maul.
  • Berührungsempfindlichkeit im Kopfbereich, Kaumuskel, Kiefergelenk, Schleimhäute.
  • Headshaking kann auf Zahnprobleme hinweisen.
  • Reiterliche Probleme, z.B. Wehrigkeit gegen das Gebiss, Anlehnungsprobleme.

Welche Probleme treten häufig auf?

  • Scharfe Kanten an den Backenzähnen, am Oberkiefer vorwiegend an der Aussen-, am Unterkiefer dagegen vorwiegend an der Innenseite der Zahnreihe.
  • Haken und Rampen auf den ersten, bzw. letzten Backenzähnen der übereinander liegenden Zahnreihen.
  • Stufen und Wellen in der Backenzahnlinie.
  • Hohe Quergrate auf den Backenzähnen.
  • Lockere, gebrochene oder faulige Zähne.
  • Festhängende Milchzahnkappen, die Entwicklung der bleibenden Zähne behindern.
  • Zu lange Schneidezähne.
  • Schneidezahnlinie gebogen oder schief.
  • Wolfszähne vor dem ersten Backenzahn.
  • Scharfkantige, spitze Hakenzähne.
  • Zahnstein

 Wann sollte kontrolliert werden?

  • Schon beim Fohlen sollten Zähne und Kiefer auf eventuelle Fehlstellungen untersucht werden.
  • Mit 2,5 bis 5 Jahren findet der Zahnwechsel statt. In diesen Zeitraum fällt die Ausbildung des Pferdes. Damit in diesem sensiblen Lebensabschnitt keine gesundheitlichen Schäden oder Irritationen im Lernprozess erfolgen, sollte das Gebiss halbjährlich kontrolliert werden.
  • Beim erwachsenen Pferd reicht eine jährliche Kontrolle, falls keine Anomalien auftreten.
  • Pferde-Senioren können häufigere Kontrollen erforderlich machen, z.B. bei fehlenden Zähnen.

Wie läuft eine Zahnbehandlung ab? 

Das Ziel einer Zahnbehandlung ist die Bewahrung oder Wiederherstellung der Drei-Punkt-Balance zwischen Kiefergelenk, Backen- und Schneidezähnen. Jeder Haken oder überlange Zahn stört diese Balance. Die Behandlungsschritte im Einzelnen:

  • Beurteilung des Allgemeinzustandes des Pferdes und der aufgetretenen Probleme.
  • Untersuchung von Kopf, Kiefergelenken, Laden, Kaumuskulatur, Schneidezähnen sowie den ersten Backenzähnen.
  • Untersuchung der Kieferbeweglichkeit.
  • Sedierung des Pferdes, am besten durch den Tierarzt des Besitzers. Eine Sedierung ist unumgänglich für eine optimale und gefahrlose Behandlung des Pferdes. Nur am sedierten Pferd kann die Drei-Punkt-Balance beurteilt und eingestellt werden. Eine Behandlung ohne Sedierung bedeutet immer Stress und führt zu Abwehrund Angstreaktionen des Pferdes.
  • Mit dem Maulgatter können auch die hintersten Backenzähne untersucht und bearbeitet werden.
  • Haken und Kanten der Backenzähne werden mit der elektrischen Raspel entfernt, zu hohe Zähne auf das Normalmaß gekürzt.
  • Vorhandene Wolfszähne werden entfernt.
  • Nach Bearbeitung der Backenzähne wird die Okklusion überprüft, und die Schneidezähne werden entsprechend gekürzt.
  • Zahnstein wird entfernt.
  • Der Zustand des Gebisses vor und nach der Behandlung wird dokumentiert.

 

Bitte beachten Sie, dass kein Teil der Information auf dieser Website als Ersatz für die kompetente Beratung durch Ihren Tierarzt, Hufexperte oder sonstigen Profi ist.